Mit SEO nachhaltig bei Nutzern und Google punkten

Dieses Interview entstand für unseren diesjährigen tourism.report. Wir haben Sarah Fröhling (neusta marketing GmbH) einige Fragen gestellt, um zu erfahren, wie man mit SEO nachhaltig bei Nutzern und Google punkten kann.

SEO ist ein weitreichendes Thema auch im Tourismusmarketing –  liebe Sarah, kannst du kurz zusammenfassen, was mit SEO im Tourismus gemeint ist?

Sarah Fröhling (SF):
Im Bereich Tourismus ist es ähnlich wie in anderen Branchen. Suchende wollen schnell und einfach die bestmögliche Antwort auf ihre Suchanfrage bekommen. Die Schwierigkeit hier ist allerdings, dass Google durch Dienste wie Google Travel selbst schon viele Informationen innerhalb der Google-Plattform abbildet. Ein Nutzer muss oft gar nicht mehr auf andere Webseiten gehen, um z. B. Flugpreise oder Reiseplanungen vorzunehmen.

Wie kann man als Destination langsam mit SEO anfangen?

SF:
Am besten sollten alle Redakteure des Webauftritts in den SEO-Grundlagen geschult werden. Es ist wichtig zu verstehen, wie Suchmaschinen ticken, um Inhalte suchmaschinenfreundlich aufzubereiten. Man muss kein Experte sein und teure Tools besitzen, um mit SEO zu beginnen. Es gibt jede Menge gratis Hilfsmittel. Man muss nur wissen, wie man sie nutzen kann und wieso.

Welches Tool sollte jeder im besten Falle haben, der SEO in seinem Unternehmen machen will?

SF:
Neben einem Webanalyse-Tool sollte die Google Search Console eingerichtet werden. Dort lassen sich Echtdaten z. B. zu Suchanfragen und Klickraten oder auch technische Auswertungen analysieren. Zusätzlich würde ich ein SEO-Tool für z. B. Keyword- und Wettbewerbsanalysen anschaffen. Dafür gibt es etliche kostenlose Tools, aber auch All-in-One- Lösungen für eine Vielzahl an SEO-Aktivitäten.

Es fehlt ja häufig die Zeit. Welche Tipps kannst du uns verraten, um mit kleinem Aufwand viel zu erreichen?

SF:
Aufwand ist ein gutes Stichwort. Im Bereich SEO greift meist das sogenannte Pareto-Prinzip – auch als 80/20-Regel bekannt. Diese besagt, dass ein kleiner Teil von etwas für einen großen Teil des Ergebnisses verantwortlich sind. Und das grob im Verhältnis von 20 zu 80. Rund 20 % der Keywords sorgen oft für 80 % des Traffics. Was sagt uns das? Man muss nicht 100 % optimieren, sondern sollte sich erstmal auf die relevanten 20 % konzentrieren.

Daher wären meine Top 3 Quick-Wins:

1.

Bilder sind gerade im touristischen Bereich ein wichtiger Faktor

Mit wenig redaktionellem Aufwand gewinnt der eigene Webauftritt in der Google-Bildersuche stark an Bedeutung. Alternativtexte, Dateinamen oder Bildunterschriften – wenn hier die korrekten und vor allem zum Inhalt passenden Keywords eingebunden werden, kann dies bereits zu mehr organischem Traffic führen.

2.

Die Ergebnisse in der Google-Suche sind häufig der erste Kontakt zu Nutzer:innen

…quasi die Visitenkarte einer Webseite. Damit diese häufiger angeklickt werden, sollten die Meta-Informationen entsprechend gestaltet werden. Im Suchergebnis nichts versprechen, was die Seite nicht auch hält. Der Erfolg einer solchen Optimierung lässt sich anhand der Klickraten in der Google Search Console beobachten.

3.

Relevante Überschriften

Ich vergleiche sie immer gern mit dem Inhaltsverzeichnis eines Buches. Strukturell ist es in Kapitel und Unterkapitel aufgeteilt und beim Durchlesen sollte deutlich werden, was in jedem Kapitel passiert. Analog dazu sollten die Überschriften einer Seite strukturiert werden. Nutzer:innen, aber vor allem auch Google, bekommen so einen ersten Überblick über den Inhalt. Hierbei aber bitte auf die korrekte, technische Auszeichnung (H1, H2 etc.) und die Verwendung relevanter Keywords achten.

Was sind erfahrungsgemäß häufige Fehler, die ihr beobachtet, und wie können wir diese umgehen?

SF:
Oft wird viel Aufwand betrieben, um Inhalte zu optimieren, für die – aufgrund unterschiedlicher Faktoren – gar kein großes Optimierungs- potenzial besteht. Deshalb ist es wichtig, vorab eine Bestandsaufnahme bzw. Evaluierung von diversen Daten durchzuführen. So lassen sich „low hanging fruits“ identifizieren, für die mit wenig Aufwand viel zu erreichen ist. Den gesparten Aufwand kann man dann lieber in eine Keywordrecherche stecken, die häufig außer Acht gelassen wird.

Außerdem wird oft davon ausgegangen, dass SEO sofort wirkt. Das ist leider i. d. R. nicht der Fall. Wer schnell Sichtbarkeit in den Suchmaschinen braucht, sollte anfangs auf SEA setzen, langfristig aber auf SEO.

Mit Blick in die Zukunft: Was wird zukünftig immer wichtiger sein für SEO im Tourismus?

SF:
Definitiv die sogenannte Page Experience! Diese gilt seit Sommer 2021 sogar als Rankingfaktor von Google und sollte daher ernst genommen werden. Es handelt sich dabei um die Erfahrung, die Nutzer mit der Webseite machen. Dazu gehören Faktoren wie die Ladezeit, Sicherheit oder die mobile Darstellung. Alles, was die Nutzererfahrung positiv macht, ist in der Regel auch gut für SEO. Abgesehen davon werden strukturierte Daten und Open Data ein Thema bleiben. Auch das Thema KI – u. a. in der Content-Produktion – wird an Bedeutung gewinnen.

Hat sich durch Corona etwas bei der Relevanz von SEO verändert?

SF:
Auf jeden Fall! Seit Beginn der Pandemie rüsten viele Unternehmen digital auf. Da die Konkurrenz wächst, muss auch in Sachen SEO aufgerüstet werden. Oft wird dieses Thema stiefmütterlich behandelt und ein Webauftritt und seine Inhalte nur einmalig optimiert. Damit ist es allerdings nicht getan. SEO ist ein stetiger Prozess. Daher sind auch die ständige Beobachtung, Analyse und Erfolgskontrolle wichtige Faktoren, die nicht vergessen werden sollten.

Ihr benötigt weitere Infos zum Thema SEO? Dann wendet Euch gerne an Eure/n zuständige/n Projektmanager:in oder schreibt uns eine Mail an sales@destination.one.